Konzept zur Leseförderung

Lesen ist eine „Schlüsselkompetenz“ nicht nur für fast alles weitere (schulische) Lernen, sondern auch zur Lebensbewältigung sowie darüber hinaus ein Baustein für Lebensqualität.

Da die Entwicklung von Lesefähigkeit sehr stark vom Stellenwert des Lesens und vom Leseverhalten im Elternhaus abhängig ist, kommt der Schule hier eine kompensatorische Aufgabe im Blick auf diesbezüglich benachteiligte Kinder zu.

So verfügt die Schule über eine Schülerbücherei und in den einzelnen Klassenräumen befinden sich Klassenbüchereien unterschiedlichen Umfangs.

Im Rahmen des Klassenunterrichts wird das Lesen gefördert durch

-       freie Lesezeiten von mitgebrachten Büchern sowie Büchern aus der Klassenbücherei

-       Lesenächte

-       Autorenlesungen

-       Informationsbeschaffung mit Hilfe von Lexika aus der Schülerbücherei

-       Arbeit mit dem Lesebuch

-       Bearbeiten von Lernaufgaben im Bereich Lesen (s. Arbeitsplan)

Neben dem Lesen in der Klasse wird das Lesen an der Grundschule Erndtebrück durch sechs Maßnahmen besonders gefördert:

1. Der Einsatz von „Leseeltern“ in den Klassen 1 und 2

Der Klassenlehrer bittet einzelne Eltern um Mithilfe bei der Leseförderung. Dazu kommt die Mutter (oder der Vater) für eine Schulstunde oder eine Doppelstunde in die Klasse und liest mit einzelnen Kindern oder mit Kleingruppen. Das Lesematerial wird dazu von dem Klassenlehrer vorbereitet. Hier kann der Schwerpunkt auf der Fähigkeit zum Vorlesen und Vortragen oder aber auf der Sinnentnahme liegen.

Die Kinder sind für diese Form des Lesens sehr dankbar und für Eltern stellt sie eine willkommene Möglichkeit dar, Einblick in den Unterricht zu nehmen und Kontakt zur Schule zu halten. Die Leseeltern werden zu Beginn jedes Schuljahres auf ihre Pflicht zur Verschwiegenheit in Bezug auf Dinge, die einzelne Kinde betreffen, hingewiesen. Bei Bedarf wird dieser Hinweis wiederholt.

2. Der Besuch der Schulbücherei

Die Grundschule Erndtebrück verfügt über eine Schulbücherei, die von Mitgliedern des Fördervereins betreut wird und deren Bestand mit Mitteln des Fördervereins kontinuierlich aufgestockt bzw. erneuert wird. Jede Klasse besucht einmal in der Woche die Schulbücherei, wobei sich jedes Kind ein Buch auswählen kann, welches es für ein bis zwei Wochen ausleiht.

So ist das Lesen von Büchern selbstverständlicher Teil des Klassenlebens, und es werden immer wieder Bücher einander vorgestellt.

Ergänzend können durch die Nutzung der Internetplattform „Antolin“ zusätzliche Anreize zum regelmäßigen Lesen von Büchern geschaffen werden.

3. Die Kooperation mit der Gemeindebücherei Erndtebrück

Die Kooperation mit der Gemeindebücherei Erndtebrück wird auf verschiedene Weise gestaltet. So besucht jede Klasse in der Regel in Jahrgang 2 die Gemeindebücherei wenigstens einmal gemeinsam, um die Bücherei als möglichen Ort der Freizeitgestaltung bei den Kindern ins Bewusstsein zu rufen. Weitere Besuche als Klasse finden später etwa zum Anlass der Recherche für ein Unterrichtsthema statt. Darüber hinaus stellt die Bücherei den Klassen bei Bedarf Themenkisten für den Deutsch- und Sachunterricht zur Verfügung. Außerdem suchen Kinder die Bücherei alleine oder in kleinen Gruppen mit Rechercheaufträgen für den Unterricht am Nachmittag auf.

4. Das „Bücherkumpelprojekt“ als Kooperation mit dem Kindergarten

Das „Bücherkumpelprojekt“ (Englisch: Book - Buddy - Konzept) an der Grundschule Erndtebrück sieht vor, dass in regelmäßigen Abständen Treffen im Kindergarten und in der Schule stattfinden, bei denen Grundschulkinder der Jahrgangsstufe 2 als Lesevorbilder einzelnen Kindergartenkindern selbst gewählte, altersgerechte (Bilder-)Bücher vorlesen.

Als „Bücherkumpel“ werden Grundschulkinder in ihrer Rolle als Vorleser ernst genommen und wirken als Lesevorbilder für viele andere Kinder authentischer als vorlesende Erwachsene.

Regelmäßiges Vorlesen schult die Kinder im Lesen, Zuhören und Verstehen von Texten.

Mit Hilfe dieses Konzepts kann ein doppelter Gewinn erzielt werden:  Schon Kindergartenkindern kann die Freude am Buch vermittelt werden, was dem Willen zum Lesenlernen und der späteren Leseentwicklung zugute kommt. Durch ihre „Bücherkumpel“ haben die Kindergartenkinder außerdem schon erste soziale Kontakte zur Schule geknüpft. Dies wird ihnen den späteren Schuleintritt erleichtern. Die Grundschulkinder können nicht nur feststellen, dass Vorlesen mit echtem Adressatenbezug eine erfüllende Aufgabe ist, sondern auch die Erfahrung machen, dass sich ihre eigene Lesefertigkeit im Laufe der Zeit steigert.

5. Das Vorlesen im Seniorenzentrum

Seit Mitte des Schuljahres 2011/2012 arbeitet das Kollegium der Grundschule verstärkt am schuleigenen Lehrplan Deutsch. Daraus entstand als fünfte Säule des Förderkonzeptes der Vorlesenachmittag im Seniorenzentrum. Hierbei üben die Kinder der Klasse 4 Vorlesestücke ein, die sie kleinen Gruppen von Senioren präsentieren.

Wie auch beim Bücherkumpelprojekt liegt hier der Fokus auf dem Schwerpunkt „Texte präsentieren“ des Lehrplans Deutsch (vgl. Lehrplan Deutsch, s. 32).

6. Die Teilnahme am Bundesweiten Vorlesetag

Ein Baustein der Leseförderung ist die Teilnahme am bundesweiten Vorlesetag im Herbst eines jeden Jahres. Dazu lesen alle Lehrkräfte aus einem Buch ihrer Wahl eine Stunde lang Kindern vor. Unterstützt werden die Lehrkräfte dabei von Personen aus der Öffentlichkeit Erndtebrücks. Die Kinder haben so die Möglichkeit, aus einer großen Anzahl von Vorleseangeboten auszuwählen.

Ergänzend zu dem Vorlesen, welches immer wieder in den einzelnen Klassen stattfindet, ist der Vorlesetag eine besonders motivierende Leseerfahrung, die „Lust auf mehr“ Lesen machen kann.

 

Leseförderkonzept

Hier finden Sie kurz gefasst die vier wesentlichen Säulen unserer Arbeit zur Förderung des Lesens.

Textfeld: Grundschule Erndtebrück

-Offene Ganztagsschule-