Förderung in Klasse 3 und 4 (Auszüge)

In Klasse 3 und 4 nutzen wir unterschiedliche Formen, um sowohl Kinder mit Lernschwierigkeiten als auch solche mit besonderen Stärken zu fördern:

Fördermaßnahmen in Klasse 3 und 4                 

Ziel aller Fördermaßnahmen in Klasse 3 und 4 ist es zum einen, lernschwächere Kinder und Kinder mit zeitweiligen Lernschwierigkeiten in einem Bereich möglichst weit an die in den Lehrplänen geforderten Kompetenzen heranzuführen. Zum anderen sollen lernstarke Kinder die Möglichkeit erhalten, die geforderten Kompetenzen zu übertreffen (vgl. Richtlinien und Lehrpläne für die GS in NRW, S. 15). Um lernstarken Kindern und solchen mit Lernschwierigkeiten gerecht zu werden, nutzen wir in Klasse 3 und 4 folgende Maßnahmen.

 

Innere Differenzierung

In Klasse 3 und 4 erfolgt der Unterricht mehr fächerorientiert als in der Eingangsphase. Dennoch werden sich bietende Gelegenheiten zum fächerübergreifenden Lernen immer wieder genutzt. Da die Lernvoraussetzungen auch in Klasse 3 und 4 sehr unterschiedlich sind, bemühen wir uns in allen Lernbereichen, jedoch insbesondere in den Fächern Deutsch und Mathematik, um innere Differenzierung. Diese findet statt durch unterschiedliche Lernangebote etwa im Werkstattunterricht und/oder durch differenziert gestaltete Aufgaben im Wochenplan oder im lehrgangsartigen Unterricht. Ebenfalls ermöglicht der Unterricht in verschiedenen Sozialformen innere Differenzierung, besonders dann, wenn Kinder selbst die ihnen nahe liegende Sozialform zur Bearbeitung einer Aufgabe wählen können. Auch die von Schuljahr zu Schuljahr unterschiedlichen Möglichkeiten der Doppelbesetzung einzelner Stunden werden in Absprache mit der jeweiligen Fachlehrkraft zur Unterstützung der inneren Differenzierung genutzt, indem die zweite Lehrkraft einzelne Kinder oder Kleingruppen bei der Aufgabenbearbeitung unterstützt.

 

Förderung von Kleingruppen und von einzelnen Kindern

Die einzelnen Stunden der Doppelbesetzung, die gleichmäßig auf alle Klassen 3 und 4 aufgeteilt sind, werden auch zu Formen der Kleingruppenförderung und vereinzelt zur Einzelförderung in den Fächern Deutsch und Mathematik genutzt. Dabei teilt die Fachlehrkraft einzelne Gruppen von Kindern mit Lernschwierigkeiten oder aber mit besonderen Fähigkeiten in einem Bereich ein. Diese werden von einer zweiten Lehrkraft gezielt in einer Unterrichtsstunde oder aber über mehrere Unterrichtsstunden verteilt über einen längeren Zeitraum in Absprache mit der Klassen- bzw.  Fachlehrkraft gefördert.  Auf die genannte Weise können auch einzelne Kinder gezielt gefördert werden. Dabei ist es möglich, Lernschwierigkeiten exakt zu diagnostizieren und darauf mit gezielter Förderung zu reagieren. Bei allen Fördermaßnahmen, die wir aus der Doppelbesetzung gewinnen, ist uns der intensive Austausch der beiden beteiligten Lehrkräfte wichtig.

 

Förderung von Kindern mit LRS

In Klasse 3 und 4 nehmen in der Regel jeweils etwa 6 bis 9 Kinder an einer wöchentlichen Förderstunde in diesem Bereich teil. Je nach personellen Möglichkeiten können diese Kinder in ein oder zwei Fördergruppen pro Jahrgang eingeteilt werden. Der LRS - Förderunterricht findet im 2. Halbjahr des Schuljahres 2012/2013 parallel zum Unterricht der Klasse statt.

Die Deutschlehrkraft beobachtet dazu zu Beginn des Schuljahres gezielt die Rechtschreibfähigkeiten der Kinder und nimmt ggf. Kontakt zur Deutschlehrkraft des vorherigen Schuljahres auf. Mit Hilfe der sich daraus ergebenden Erkenntnisse ermittelt die Lehrkraft die ca. 3-4 Kinder mit dem größten Förderbedarf im Bereich Rechtschreiben, aus denen sie die LRS - Fördergruppe zusammenstellt. Vorrang haben hier diejenigen Kinder mit testpsychologisch festgestellten Leserechtschreibschwierigkeiten gemäß LRS - Erlass von 1991.

Durch Beobachtung und/oder den Einsatz eines informellen oder formellen Tests ermittelt die Förderlehrkraft den genauen Förderbedarf der Kinder in der LRS - Fördergruppe. Daran schließt sich die Förderung in den entsprechenden Bereichen der Rechtschreibung an.

Im LRS - Förderunterricht in Klasse 3 wird am Anfang verstärkt sowie später begleitend das silbenweise Schreiben geübt, um Fehler in der Wortdurchgliederung zu minimieren.

Wichtige Förderthemen sowohl in Klasse 3 als auch in Klasse 4 sind:

- Groß- und Kleinschreibung

- Ableitung von Wörtern mit ä/äu

- Mitlautverdopplung

- Ermittlung der Endkonsonanten durch Verlängern

Hierbei legen wir Wert darauf, dass Kinder Rechtschreibphänomene, -regeln und -besonderheiten verstehen und erst dann übend anwenden.

Weiterhin nimmt auch das Merkwörtertraining Raum im LRS - Förderunterricht ein. Hier geht es beispielsweise um das Einprägen von:

- Wörtern mit Dehnungs-h

- Wörtern mit Doppelvokal

- wichtigen Fremdwörtern sowie

- Funktionswörtern („kleine“ Wörter)

Ergänzend wird der Umgang mit dem Wörterbuch trainiert sowie damit zusammenhängend die Korrekturarbeit an eigenen Texten.

Nach jeweils ca. drei Monaten sprechen sich Förderlehrkraft und Deutschlehrkraft ab, ob der Förderbedarf bei den Kindern weiterhin besteht oder ob andere Kinder aus der Klasse einen größeren Bedarf haben. Ggf. werden dann Kinder entsprechend ausgetauscht.

Ergänzt wird die Diagnose der Rechtschreibung seit dem Schuljahr 2012/2013 durch die Durchführung der Hamburger Schreibprobe in der Mitte des Schuljahres. Diese wird durch die jeweiligen Deutschlehrkräfte quantitativ ausgewertet. In einer anschließenden qualitativen Auswertung der am schwächsten ausgefallenen Tests wird zum einen der genaue Förderbedarf der schwachen Rechtschreiber ermittelt. Zum anderen hilft die HSP dabei festzustellen, bei welchen Kindern die Rechtschreibleistung bei der Ermittlung der Deutschzensur zurückhaltend zu gewichten ist. Hier gelten die folgenden Absprachen:

1. Ziel muss es sein, Kinder zu ausreichenden RS-Leistungen zu führen. Dazu gehört ein Austausch im Jahrgangsteam über Anforderungen des RS-Unterrichts und die Bewertung der Leistungen.

2. Bei ansonsten befriedigenden Leistungen in Mathematik und Deutsch wird die Note in RS dann zurückhaltend gewichtet, wenn ein Verdacht auf LRS vorliegt – d.h. bei mind. 3 Monaten mangelhafter/ungenügender RS- Leistung (in Klassenarbeiten) sowie bei Vorliegen eines schwachen Testergebnisses in der Hamburger Schreibprobe.

Textfeld: Grundschule Erndtebrück

-Offene Ganztagsschule-